Marienbrunnen im Petuelpark „Maria, Quelle des Lebens“
Image Wer hätte das gedacht?! Unter den zwölf internationalen Kunstwerken, die im neuen Petuelpark aufgestellt und von der Stadt München finanziert werden, ist auch religiöse Kunst vertreten, ein Marienbrunnen!
Als der Künstlerkurator Herr Stephan Huber über den Kontakt mit Dr. P. Stei¬ner, Direktor des Diözesanmuseums Freising im Herbst 2001 zu mir in das Pfarrhaus St. Georg Milbertshofen kam, brachte er folgende Grundidee mit: Der Nymphenburger Kanal, der Jahrhunderte die Menschen getrennt hatte (Stadtteil- und Pfarreigrenze) wird nun durch den Petuelpark fließen und so in Zukunft die Menschen zusammenführen. Um das zu verstärken, schwebt ihm am Wasserlauf des Kanals ein Marienbrunnen vor, an dem sich Menschen sammeln und verweilen.
Herr Stephan Huber brachte einen niederländischen protestantischen Künst¬ler aus Amsterdam ins Pfarrhaus mit, der sich über Marienfrömmigkeit mit einem Katholischen Pfarrer unterhalten wollte, um seine Grundideen für einen Marienbrunnen abzuklären.
In den Gesprächen mit Herrn Hans van Houwelingen ging es um Maria und ihren Bezug zu Wasser. Er brachte den Text eines niederländischen Marien¬liedes mit, der vom Wasser handelte. Ich sprach von Mariabrünnlein, Mari¬enbrunn als hiesigen Wallfahrtsort. Dann machte ich aufmerksam, dass die orthodoxen Christen am Freitag nach Ostern ein eigenes Fest „Maria, Quelle des Lebens“ feiern. Dabei ziehen die Gemeinden an nahe gelegene Gewässer und segnen sie. Wir sollten die griechisch-orthodoxe Kirche in der Ungerer¬straße in die Planung eines Marienbrunnens einbeziehen.
Der griechisch -orthodoxe Erzpriester Pfarrer Apostolos Malamoussis gab mir vier Ikonenkopien zum Fest „Maria, Quelle des Lebens“, die Maria mit dem Kind im Brunnen zeigten und das Wasser fließt nach allen vier Himmels¬richtungen in alle Welt.
Diese Darstellungen führten zum fertigen Marienbrunnen, der nun am Nym¬phenburger Kanal neben der Auffahrtsbrücke in den Petuelpark nahe der Behinderten-Stiftung Pfennigparade an der Barlachstraße aufgestellt wurde. Er zeigt in weißem Carrara-Marmor die aufrecht stehende Madonna, deren Kind sich in die Weite streckt. Das Wasser des Kanals, das in die Madonnen¬figur heraufgeholt wird, fließt durch die Hand des Jesuskindes zurück in den Brunnen. Eine tiefe Symbolik, dass Maria, die selbst das Leben schlechthin, Jesus Christus, empfangen hat, zur Quelle des Lebens wird, da ihr Kind allen durch das Wasser der Taufe ewiges Leben schenkt. Diese Darstellung wurde auch vom Erzbischöflichen Ordinariat gutgeheißen. Die beiden Künstler wünschen, dass einmal jährlich an diesem Brunnen eine ökumenische Marienfeier gehalten wird. Wir haben den Freitag-Abend vor dem Muttertag ins Auge gefasst. Zum ersten Mal wird das am 6. Mai 2005 um 19.00 Uhr sein. Auf dieses Datum fällt in diesem Jahr auch das Fest der orthodoxen Christen „Maria, Quelle des Lebens“.
Am Oberlauf des Nymphenburger Kanals, nahe der Kreuzung Lerchenauer-/Birnauerstraße steht seit 1964 eine moderne Marienka¬pelle, die eine barocke Marienfigur aus der ehemaligen Flaucherkapelle von 1886 aufgenommen hat. Dort feiert jedes Jahr im Wech¬sel von Muttertag (9. Mai 2004, 19.30 Uhr) und Fest Christi Himmelfahrt die St. Georgs Gemeinde eine Maiandacht.
Das große Fest zur Eröffnung des Petuelparks wird am Samstag, 26. Juni 2004 ganztags sein. Eine Woche davor, am Sonntag, 20. Juni um 19.00 Uhr wird als erstes der zwölf Kunstwerke der Marienbrunnen enthüllt und in einer Ökumenischen Einweihungsfeier begrüßt. Der Serbisch-Orthodoxe Chor SINGIDUNUM, die Grichisch-Orthodoxe Kantorenschola und der Ökumenische Kirchenchor der drei Mil¬bertshofener Gemeinden Dankeskirche, St. Lantpert und St. Georg gestalten die Feier. Sie sind alle herzlich dazu eingeladen!
 
Wolf-Gunter Zielinski, Pfarrer von St. Georg OEKUMENISCHE SEITE
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Die Muttergottes als Lebenstragende Quelle Orthodoxe Gedanken zum Marienbrunnen im Petuelpark
In der orthodoxen Kirche und Lehre ist Maria nicht nur die Tugendhafte Jungfrau. Sie erhielt auch die Bezeichnungen Gottesgebärerin und Immerjungfrau. In der 3. Ökumenischen Synode von Ephesos (431 n. Chr.) werden diese Bezeichnungen als Dogma verkündet und anerkannt. Im 7. Jahrhundert schreibt der heilige Johannes Damaskinos: „wir verkünden die heilige Jungfrau wirklich und wahrhaftig als Gottesgebärerin, weil sie den wahrhaftigen Gott gebar; wahrhaftige Gottesgebärerin da der wahrhaftige Gott durch sie Fleisch wurde... Also gebar die heilige Jungfrau nicht einen einfachen Menschen sondern den leibhaftigen Gott.“
Aufgrund dieser orthodoxen Betrachtungsweise der heiligen Maria als Gottesmutter und Gottesgebärerin hat sie einen besonderen Status in der himmlischen Kirche. Sie hört die Gebete, Anliegen und Bitten insbesondere der bedürftigen und notleidenden Menschen und trägt sie ihrem Sohn vor. Gleichzeitig ist den orthodoxen Christen bewußt, dass die Fürbitten der Muttergottes beim Herrn einen besonderen Platz haben und viel zu Seinem Wohlwollen beitragen. Der orthodoxen Lehre zufolge, verbleibt also ihr Sohn der Erhörer und der Ursprung des Heils. Die Hymnen der Kirche verdeutlichen das immer wieder. Beispielsweise in der ersten Antiphon der Göttlichen Liturgie singen wir: „Durch die Fürbitten der Gottesgebärerin, Retter, rette uns.“ Auf diese Weise verherrlicht der Herr seine Mutter. Sie wird so allzeitlich „unsere Brücke von der Erde zum Himmelreich“ (Akathistos Hymnos).
Alle diese Aspekte haben im Lauf der Jahrhunderte dazu geführt die Allheilige Muttergottes in verschiedenen Formen und Weisen zu ehren. Reich ist die orthodoxe Kirche an großen und kleinen Gotteshäusern die an Hochtagen der Muttergottes Kirchfest haben, unzählbar die Ikonen, unter ihnen auch wundertätige, die die Gottesmutter abbilden und auch die Psalmen und Hymnen, die das Preisen der Immerjungfrau Maria durch die Menschheit zum Ausdruck bringen.
Die Darstellung der Muttergottes als Lebenstragende Quelle sowie das gleichnamige Fest am Freitag nach Ostern, ist mit einer Heilquelle an der Stadtmauer Konstantinopels nahe des Silybrischen oder Goldenen Tores verbunden. Die Geschichte der an der Quelle erbauten Kirche geht ins fünfte Jahrhundert zurück. Der Erzählung zufolge soll Kaiser Leon der Thrake (474 n. Chr.), auch Makelli genannt, Zeuge einer wundersamen Heilung eines Blinden durch das heilwirkende Wasser der Quelle geworden sein. Daraufhin ließ der Kaiser bei der Quelle eine Kirche zu Ehren der Muttergottes erbauen.
Kaiser Justinian (527-565 n. Chr.) wurde durch das Quellwasser von einem Nierenleiden geheilt und als Dank vergrößerte er die Kirche Leonsʼ mit Material das nach der Fertigstellung der Hagia Sophia übrig war. Zahlreiche Wunder, insbesondere zur Zeit Basilius von Mazedonien (867-886 n. Chr.) und seines Sohnes Leon des Weisen, werden dieser Quelle zugeschrieben, wie die Heilung von Ekzemen, Nierensteinen, Blutungen, ja sogar Kinderlosigkeit. Es wird erwähnt, dass Königin Zoe (895
n. Chr.), Mutter des Kaisers Konstantin VII erst nach der wundersamen Wirkung des Wassers ihren Sohn Kaiser Konstantin VII (913-959 n. Chr.) gebar.
Im Lauf der Zeit wurde die Kirche immer wieder durch Erdbeben aber auch durch feindliche Angriffe beschädigt und restauriert. Nach dem Fall von Konstantinopel (1453 n. Chr.) war die einst prächtige Kirche nur noch eine kleine Kapelle. Trotzdem hörten die Christen nicht auf die Kapelle zu besuchen um zu beten und Kirchenfeste zu begehen; besonders zu Beginn der großen Vierzigtägigen Fastenzeit am sogenannten Reinen Montag, zu Maria Empfängnis und natürlich am Hauptfesttag der Lebenstragenden Quelle am Freitag nach Ostern.
Im Jahr 1830 n. Chr. gelang es dem Patriarchen Konstantios I, vom Sultan Machmut II eine Genehmigung für den Wiederaufbau der Kirche zu bekommen. Das Wasser der Quelle wird in ein Marmorbecken geleitet in welchem Fische gezüchtet wurden. Daher stammt auch der heute bekannte Name der Quelle „Balukli“. Im Türkischen bedeutet baluk Fisch.
In der Ikone der Lebenstragenden Quelle sind die Stadtmauern Konstantinopels abgebildet. Vor der Mauer steht ein runder Brunnen auf einem Standfuß. In diesem steht die Kindtragende Gottesgebärerin. Das Wasser aus dem beschriebenen Brunnen fließt in ein Becken in dem Fische zu erkennen sind. Um das Becken herum stehen Könige, Adlige, Bischöfe und andere Menschen die durch die Quelle genesen sind. Kranke die auf Heilung hoffen sieht man das Wasser trinken oder sich waschen.
Erzpriester A. Malamoussis, Pfarrer der Griech.-Orth. Allerheiligenkirche
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Orthodoxe Texte zum Fest „Leben Spendende Quelle“/Freitag der Osterwoche
Du Leben spendendes Wasser der Quelle, hervorströmendes Manna, unvergängliche Feuchte, göttlicher Nektar, fremdartiges Ambrosia, Honig aus dem Stein, im Glauben verehren wir dich.
Kontakion
Aus deinem nicht versiegenden Quell, Gottbegnadete, gewährst du mir die ständig quellenden Wasser deiner Gnade,
- nicht fassbar im Wort; doch weil du das Wort geboren hast
- nicht begreifbar vom Verstand, flehe ich zu dir, mich zu betauen mit deiner Gnade,
damit ich dir zurufe: Sei gegrüßt, heilbringendes Wasser.  

Apolytikion 1
Dein Tempel, Gottesgebärerin, hat aufgezeigt das Paradies,
die Heilungen hervorquellend wie immerlebendige Flüsse.
Die ihr im Glauben herbeigeeilt,
schöpfet aus der Leben spendenden Quelle auch das ewige Leben.
Du aber, die du den Retter Christus aus dir geboren hast,
bitte, dass Er errette unsere Seelen.
 

Apolytikion 2
Du hast den Regen geboren, der über allem Sein, Leben vergießende Quelle,
die du von Natur aus Jungfrau bist;
lässt uns hervorquellen den unvergänglichen Nektar, das sprudelnde Wasser,
zum ewigen Leben die lieblich fließenden Gewässer,
aus deinem Brunnen allezeit.
Die wir diese Wonnen genießen, rufen dir zu:
Sei gegrüßt Leben erhaltende Quelle.

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