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Signalmühle 2007 / Zelden van Passe 1942

Kontext

In den Niederlanden ist seit einigen Jahrzehnten die Anwendung von Windenergie zur Erzeugung von elektrischem Strom weit verbreitet. Die moderne Windkraftanlage (WKA) ist bereits ein selbstverständlicher Bestandteil der Landschaft geworden. Aber der Erfolg der Windkraftanlage, vor allem im Zusammenhang mit dieser Landschaft, ist kein unbestrittener. Das die WKA unbedingt zur Erzeugung von dauerhaft verfügbarer Energie gebraucht wird, duldet keinen Zweifel. Aber der Effekt der WKA auf die Landschaft ist ein Thema, das zu mancher Diskussion führt. Man muß die Schlussfolgerung ziehen, dass jeder Versuch, die WKA auf einer solchen Weise in die Landschaft zu integrieren, damit sie diese nicht zu sehr prägt, gescheitert ist. Daher hat die WKA den Ruf, sozusagen ein notwendiges Übel zu sein.

 

Grund dieses Problems könnte sein, dass es hier zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Epochen kommt. Obwohl die WKAn ultramodern sind, sieht es so aus, als würde unsere postmoderne Landschaft jetzt konfrontiert mit einer industriellen Offensive der Energiemaschinen/Energieerzeuger, wie es sie seit dem neuzehnten Jahrhundert nicht mehr gegeben hat. Es ist den Herstellern von WKAn wichtig, die Maschinen einheitlich zu gestalten mit dem Ergebnis, dass die Energieerzeugung optimal gestaltet wird. Die Monotonie, die dadurch entsteht, ist mit dem postmodernen Bedürfnis nach Individualität und Identität aber nur schwer in Einklang zu bringen.

 

Aus dieser Situation der sich entgegengesetzten Rationalitäten gibt es denkbar einen Ausweg: indem an bestimmten Stellen oder Orten eine WKA dazu eingesetzt wird, nicht nur zur Stromerzeugung, sondern zur Vermittlung eines kulturellen Signals. WKAn, die diese kulturelle Dimension haben, können auf den Ruf von WKAn ganz allgemein durchaus eine sehr positive Auswirkung haben. Deshalb halte ich es für interessant und wichtig zu untersuchen, wie man WKAn solchermaßen verwenden kann, dass die Umgebung in seiner Besonderheit verstärkt wird.

 

Vorschlag

An der Autobahn zwischen Amsterdam und Den Haag befinden sich zwei Enercon-WKAn direkt neben einer aus dem siebzehnten Jahrhundert stammenden Windmühle. Der Zweck dieser Mühle, die Zelden van Passe gebaut 1642,  war nicht an erster Stelle eine rein wirtschaftliche. An einer der Flügel dieser Mühle konnte der Müller eine schwarze Fahne binden, um somit die umliegenden Mühlen vor einem hohem Wasserstand zu warnen. Die "Zelden van Passe" ist eine Signalmühle. Im Licht der heutigen Bedrohung durch einen wachsenden Meeresspiegels und das vorhandene Bedürfnis an dauerhaft verfügbarer Energie, ist es angebracht, diese historische Funktion oder wiederherzustellen. Eine dieser schon erwähnten Enercon-"mühlen" wurde deshalb mit einem schwarzen Flügel ausgestattet. Dieses moderne WKA hat die Rolle des Vorläufers aus dem siebzehnten Jahrhundert übernommen. Das Signal, das dieser eine schwarze Flügel der Welt aussendet, ist, dass ein zu hoher Wasserstand heutzutage die ganze Erde bedroht und dass wir sie davor zu beschützen haben. Der schwarze Flügel an der weissen Windmaschine erzählt uns, dass wir mit der sauberen Energie, aus Wind erzeugt,  auf dem richtigen Weg sind, der weiteren Aufwärmung der Erde vorzubeugen.

Partizipation

Das Engagement für das Thema Umwelt und Erwärmung der Erde war seit langem nicht so groß wie heute. Eine moderne Signalmühle, wie sie hier vorgestellt wird, kann in dem Zusammenhang als ein Symbol betrachtet werden oder sogar als eine Ikone für dieses Engagement und die fundamentale Rolle, die Windenergie dabei spielt. Ausserdem kann eine als Signalmühle ausgestattete WKA zu öffentlichen Zwecken genutzt werden.

 

 

Hans van Houwelingen 2007